Über mich
Es begann mit einem Blick.
Über mich
Es begann mit einem Blick.

Es begann mit einem Blick.
Nicht mit dem Blick der Augen. Sondern mit jenem stillen Sehen, das keine Worte braucht.
Schon als Kind öffneten sich mir Räume zwischen Licht und Schatten. Manchmal erschienen sie wie flüchtige Bilder am Rand der Wirklichkeit. Manchmal klar und nah. Zu nah. Ich sah Dinge, die mir niemand erklärte, und ich lernte früh, dass für mich mehr sichtbar war, als mir dann doch lieb war. Ich dachte, ich bin nicht richtig.
Also verschloss ich diese Tür.
Nicht aus Ablehnung. Sondern um in dieser Welt meinen Platz zu finden.
Die Jahre vergingen.
Und wie viele andere Menschen vergaß auch ich, wer ich wirklich war.
Ich suchte nach Liebe im Außen. In Begegnungen. In Beziehungen. Hatte Erwartungen. In dem Wunsch, endlich anzukommen. Doch meine Seele sprach ihre eigene Sprache. Sie zeigte mir durch Schmerz, wo ich mich selbst verlassen hatte. Sie machte sichtbar, wo ich nicht in der Liebe mit mir war. Nicht als Strafe, sondern als Erinnerung.
Denn meine Seele drängte nicht.
Aber sie flüsterte mir zu.
Leise. Geduldig. So lange, bis ich bereit war zuzuhören.
Rückblickend erkenne ich, dass meine größte Aufgabe nie das Sehen war.
Meine größte Aufgabe war es, Vertrauen zu lernen.
Vertrauen in mich selbst. Vertrauen in das Leben. Vertrauen in etwas Größeres, das mich trägt, auch wenn ich den Weg gerade nicht erkennen konnte.
Lange Zeit schwebte ich zwischen zwei Welten. Mit einem Teil von mir fühlte ich mich dem Himmel näher als der Erde. Ich konnte wahrnehmen, doch das Ankommen hier, in diesem Leben, fiel mir oft schwer.
Vielleicht musste ich genau diesen Weg gehen.
Den Weg vom Wissen ins Vertrauen.
Den Weg vom Suchen ins Ankommen.
Ich brauchte viele Jahre, um zu verstehen, dass das Leben nicht gegen mich arbeitet, sondern für mich. Dass jede Herausforderung, jeder Verlust und jede Wunde eine Einladung waren, tiefer zu schauen. Nicht weg von mir, sondern näher zu mir selbst.
Und irgendwann begann etwas in mir hier auf der Erde zu landen.
Nicht nur mein Verstand.
Nicht nur mein Herz.
Sondern mein ganzes Sein.
Heute spüre ich eine tiefe Dankbarkeit dafür, auf dieser Erde zu sein. Für all die Erfahrungen, die schönen und die schmerzhaften. Denn sie haben mich gelehrt, Wurzeln zu schlagen, ohne den Himmel zu verlieren.
Und auch heute bin ich nicht am Ende eines Weges angekommen.
Ich lerne. Jeden Tag.
Das Leben hält Lektionen für mich bereit. Erfahrungen, die mich wachsen lassen. Begegnungen, die mich spiegeln. Momente, die mich daran erinnern, demütig zu bleiben und dem Leben zu vertrauen.
Erinnern an das Wesentliche hinter den Formen. An die leise Sprache der Seele. An jene Dimensionen, die sich nicht beweisen lassen und doch berühren.
Ich bin ein Mensch zwischen Himmel und Erde.
Ich sehe, was sich zeigt.
Nicht weil ich immer wusste, wer ich bin.
Sondern weil ich den Weg des Vergessens und des Erinnerns selbst gehe.
Immer noch.
Schritt für Schritt. Tag für Tag.
So halte ich heute den Raum für Dich, bis das, was längst in Dir existiert, in Deinem Herzen sichtbar wird. Dann fange an, genau das Sichtbare zu leben. Dafür bist du hier!